Mikropfahlgründung im Bestandsbau: Wann kommt sie zum Einsatz?

Mikropfahl im Boden

Inhaltsverzeichnis

Sie planen eine Gründung im Bestand und stehen vor beengten Platzverhältnissen, empfindlichen Strukturen oder ungünstigem Baugrund? In solchen Fällen gilt die Mikropfahlgründung als bewährte Methode im Spezialtiefbau. Mit kleinen Bohrgeräten installiert, lassen sich Mikropfähle dort einsetzen, wo klassische Gründungsverfahren wie Großbohrpfähle oder Verdrängerpfähle nicht mehr möglich sind.

Doch wie leistungsfähig sind Mikropfahlgründungen? Wo stoßen sie an ihre technischen und wirtschaftlichen Grenzen? Und welche Alternativen stehen zur Verfügung, wenn die Anforderungen an Tragfähigkeit, Auftriebssicherung oder Setzungsverhalten steigen?

In diesem Artikel erhalten Sie einen fundierten Überblick über die Anwendung und Grenzen der Mikropfahlgründung im Bestandsbau. Außerdem lernen Sie typische Einsatzszenarien, praxisrelevante Unterschiede zu anderen Pfahlsystemen und bewährte Verfahren aus dem Spezialtiefbau kennen.

Das Wichtigste in Kürze zur Mikropfahlgründung

  • Mikropfahlgründungen sind schlanke, bohrgestützte Gründungselemente, die über Mantelreibung Lasten in tiefere Bodenschichten ableiten. Sie eignen sich vor allem für beengte Baustellen, schwierige Zugänge und Bestandsbauten mit sensiblen Strukturen.

  • Die DIN EN 14199 definiert Anforderungen an Planung, Einbau, Verpressung und Dokumentation. Zusätzlich regelt die DIN 1054 die notwendigen Sicherheitsnachweise für Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit im Erd- und Grundbau.

  • Typische Einsatzbereiche im Bestand sind: Nachgründungen bei Setzungsschäden, Aufstockungen mit begrenzten Zusatzlasten, Anbauten mit unzureichender Fundamenttiefe oder Bauvorhaben mit hohem Anspruch an erschütterungsfreies Arbeiten.

  • Mikropfähle stoßen jedoch an Tragfähigkeitsgrenzen, wenn höhere Lasten oder komplexe Baugrundverhältnisse vorliegen. In solchen Fällen sind leistungsstärkere Pfahlsysteme wie Großbohrpfähle oder Verdrängerpfähle gefragt.

  • Wer dauerhaft tragfähig gründen will, braucht ein System, das an Bodenarten, Lasten, Randbedingungen und den konkreten Einsatzzweck angepasst werden kann.

Was ist eine Mikropfahlgründung?

Wenn Bauwerke im Bestand gesichert oder neue Lasten in schwierigen Bodenverhältnissen abgetragen werden müssen, kommt es auf ein anpassungsfähiges Gründungssystem an. Mikropfahlgründungen erfüllen genau diese Anforderungen: Sie ermöglichen eine tiefreichende Lastabtragung auch dort, wo beengte Platzverhältnisse, eingeschränkte Arbeitshöhen oder sensible Bestandsstrukturen keine konventionellen Verfahren zulassen.

Wie funktioniert eine Mikropfahlgründung?

Mikropfähle, häufig auch als GEWI-Pfähle bezeichnet, sind schlanke Gründungspfähle mit einem Durchmesser von meist unter 300 mm. Sie zählen zu den Tiefgründungselementen und kommen überall dort zum Einsatz, wo Lasten in tiefere, tragfähigere Bodenschichten abgeleitet werden müssen.

Typischerweise werden Mikropfähle bohrend in den Boden eingebracht. Anschließend erfolgt die Verpressung mit einer Zementsuspension, die das Stahltragglied im Bohrloch fest im umgebenden Boden verankert. Die Lastübertragung erfolgt dabei über die entstehende Verbundzone zwischen Mörtel, Tragglied und Boden: ein System, das sich besonders bei heterogenen Bodenschichten und im Bestand bewährt hat.

Dank ihrer geringen Dimensionen und der Möglichkeit, sie mit leichten Bohrgeräten herzustellen, lassen sich Mikropfahlgründungen selbst unter eingeschränkten Zugangsbedingungen realisieren, wie in Kellern, Innenhöfen oder unter laufendem Betrieb.

Mikropfähle vs. andere Tiefgründungen: Wo liegen die Unterschiede?

Im Spektrum der Tiefgründungsverfahren nehmen Mikropfähle eine Sonderstellung ein, vor allem aufgrund ihrer Tragwirkung. Während Bohrpfähle, Rammpfähle oder Verdrängerpfähle teils erheblich größere Durchmesser aufweisen und ihre Lasten oft über Spitzendruck oder Bodenverdrängung in tragfähige Schichten einleiten, basiert die Mikropfahlgründung überwiegend auf Mantelreibung.

Die Last wird hier nicht primär an der Pfahlspitze eingeleitet, sondern über die Verbundfläche zwischen dem verpressten Mörtelkörper und dem umgebenden Boden übertragen. Dieses Prinzip ermöglicht eine kontrollierte Lastabtragung, auch in Baugrundverhältnissen, die für andere Gründungstypen ungünstig sind, etwa bei durchmischten Schichten aus Ton, Sand oder weichem Fels.

Gerade in Kombination mit Zugbeanspruchung, Setzungskontrolle oder Auftriebssicherung bietet die Mikropfahlgründung damit eine anpassbare Option, die andere Pfahlsysteme gezielt ergänzt oder dort ersetzt, wo sie bautechnisch nicht einsetzbar sind.

Überblick: Vergleich der wichtigsten Tiefgründungsverfahren

Verfahren

Einbringung

Tragprinzip

Geeignet für

Besonderheiten

Mikropfähle

Bohrung + Zementverpressung

Mantelreibung (Pfahl–Mörtel–Boden)

Enge Räume, Bestand, schwieriger Zugang

Geringe Gerätegröße, auch für Auftriebssicherung und Zuglasten geeignet

Bohrpfähle

Großbohrgerät, Betonfüllung

Mantelreibung + Spitzendruck

Großprojekte, mittlere bis hohe Lasten

Gute Anpassbarkeit, größere Durchmesser möglich

Rammpfähle

Einschlagen mit Rammgerät

Spitzendruck + Bodenverdrängung

Homogener, nichtfelsiger Boden

Schneller Einbau, hohe Lärmemissionen

Verdrängerpfähle

Verdrängung ohne Aushub

Bodenverdrängung + Mantelreibung

Weiche Böden (z. B. Lehm, Ton, Torf)

Wenig Aushub, minimale Erschütterungen

Schraubpfähle

Eindrehen in den Boden

Mechanische Verzahnung + Mantelreibung

Kleine Lasten, temporäre Bauten

Rückbaubar, einfache Installation, geringe Tragkraft

 

💡 Eine Flachgründung wirkt auf den ersten Blick günstiger. Sie stößt allerdings bei schwierigen Böden und unter den Folgen des Klimawandels schnell an ihre Grenzen. Die Tiefgründung hingegen sorgt dafür, dass Bauwerke langfristig sicher stehen.

Wann Mikropfähle im Bestand unschlagbar sind

Im Bestandsbau treffen Planer regelmäßig auf Herausforderungen, bei denen klassische Gründungsverfahren nicht mehr ausreichen, sei es wegen begrenzter Zugänglichkeit, sensibler Gebäudestrukturen oder unzureichender Fundamenttiefe. Mikropfahlgründungen sind für solche Situationen eine spezialisierte Methode: kompakt im Einbau, tragfähig im Ergebnis.

Dank ihrer geringen Gerätegröße, der erschütterungsarmen Herstellung und ihrer Tragwirkung über Mantelreibung lassen sich Mikropfähle selbst dort einsetzen, wo andere Verfahren versagen. Besonders in innerstädtischen Lagen, bei Umbauten unter Betrieb oder in schwer zugänglichen Bereichen bieten sie klare Vorteile.

Typische Anwendungsfälle im Bestand:

  • Nachgründung bei Setzungsschäden:
    Wenn Gebäude ungleichmäßig absacken, lassen sich mit Mikropfählen gezielte Lastumlagerungen erreichen. Und das ohne massive Eingriffe ins vorhandene Fundament.

     

  • Sicherung bestehender Fundamente:
    Insbesondere bei historischen Bauten oder bei Umbauten mit neuen Lastanforderungen sorgen Mikropfähle für die notwendige statische Ertüchtigung.

     

  • Horizontale Anbauten mit unzureichender Fundamenttiefe:
    Erweiterungen lassen sich auch auf schmalen Grundstücken realisieren, ohne den Bestand statisch zu überfordern.

     

  • Aufstockungen mit begrenzten Zusatzlasten:
    Mikropfähle schaffen die Möglichkeit, neue Geschosse zu realisieren, selbst bei knappen Tragreserven im Boden.

     

  • Innenstadtlagen mit stark eingeschränktem Zugang:
    Die kompakte Bohrtechnik ermöglicht Gründungen unter schwierigen Platzverhältnissen, wie in Innenhöfen oder engen Gassen.

     

  • Baumaßnahmen mit hohen Anforderungen an Erschütterungsfreiheit:
    Besonders in der Nähe sensibler Strukturen wie Altbauten, Kliniken oder Laboren ist die erschütterungsarme Ausführung von Vorteil.


Ob Sanierung, Umbau oder Erweiterung: Mikropfähle passen sich den Bedingungen auf der Baustelle an.

💡 Die Auswirkungen des Klimawandels machen deutlich, dass oberflächennahe Fundamente keine verlässliche Basis mehr sind. Tiefgründungen sichern Bauwerke gegen Wasser, Trockenheit, Frost und dynamische Belastungen. Sie bieten die notwendige Widerstandsfähigkeit, damit Projekte auch in den kommenden Jahrzehnten Bestand haben.

Regelkonforme Mikropfahlgründung: Diese DIN-Normen sind Pflicht

Die Anwendung von Mikropfahlgründungen im Bestand ist sowohl eine technische als auch eine normative Herausforderung. Wenn Sie auf dieses Verfahren setzen, müssen Sie sicherstellen, dass alle relevanten DIN-Vorgaben eingehalten werden. Sonst drohen Risiken bei der Tragfähigkeit, im Bauablauf oder bei der Genehmigung.

Zwei Regelwerke sind für Planung und Ausführung besonders relevant: die DIN EN 14199, die sich spezifisch mit Mikropfählen befasst, sowie die DIN 1054, die allgemeine Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau regelt.

DIN EN 14199: Was Mikropfähle leisten müssen

Die DIN EN 14199 ist die zentrale europäische Norm für Mikropfahlsysteme. Sie regelt die Planung, Bemessung und Ausführung dieser Gründungselemente und stellt sicher, dass sie unter unterschiedlichen Baugrundverhältnissen zuverlässig funktionieren.

Wichtige Inhalte der Norm:

  • Herstellung unter verschiedenen Baugrundbedingungen:
    Egal ob Sand, Ton oder felsiger Untergrund: Die Norm definiert, wie Mikropfähle in unterschiedlichen Böden sicher eingebracht werden.

  • Verpressung, Korrosionsschutz und Bewehrung:
    Die Norm legt klare Anforderungen an die Verpressung mit Zementsuspension, Schutzmaßnahmen für das Tragglied und die technische Auslegung der Bewehrung fest.

  • Dokumentation und Qualitätssicherung:
    Bauausführung, Prüfnachweise und Abnahmeprozesse sind klar geregelt, um spätere Nachweise gegenüber Behörden und Bauherren zu ermöglichen.


Gerade bei komplexen Bauvorhaben im Bestand schafft die DIN EN 14199 die nötige Planungssicherheit, von der Ausschreibung bis zur Abnahme.

DIN 1054: So sichern Sie Tragfähigkeit und Genehmigung ab

Die DIN 1054 ergänzt die Mikropfahlnorm und befasst sich mit den allgemeinen Sicherheitsnachweisen im Grundbau. Sie gilt für alle Gründungsmaßnahmen und damit auch für Mikropfähle.

Im Fokus stehen dabei:

  • Grenzzustände der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit:
    Die Bemessung muss garantieren, dass die Pfähle dauerhaft sicher Lasten aufnehmen und zugleich keine unzulässigen Setzungen verursachen.

  • Besonderheit bei Bestandsgebäuden:
    Besonders wichtig im Bestand ist die Interaktion zwischen vorhandener Bausubstanz und neuen Lasten, zum Beispiel bei Nachgründungen oder Aufstockungen. Hier verlangt die Norm explizite Nachweise für die Übergangsbereiche.


Beide Normen bilden gemeinsam die verbindliche Grundlage für eine sichere, regelkonforme Umsetzung von Mikropfahlgründungen im Bestand und sollten in jeder Planung von Beginn an einbezogen werden.

Wie viel trägt ein Mikropfahl und wann reicht das nicht?

Mikropfähle sind ein bewährtes Gründungssystem für viele Anwendungen im Bestand. Sie stabilisieren Fundamente, lagern Lasten gezielt um und ermöglichen Gründungen unter erschwerten Bedingungen. Doch trotz ihrer praktischen Vorteile stoßen Mikropfähle im Hinblick auf die Tragfähigkeit schnell an physikalische und wirtschaftliche Grenzen.

Warum Mikropfähle nicht immer ausreichen

Die Tragfähigkeit eines Mikropfahls liegt, bedingt durch seinen geringen Durchmesser, deutlich unter der eines klassischen Bohr- oder Verdrängerpfahls. Zwar kann über Mantelreibung eine gleichmäßige Lastverteilung erreicht werden, doch wenn es um hohe Einzellasten, große Bauwerksabmessungen oder schwierige Baugrundverhältnisse geht, reicht das oft nicht aus.

Abseits dieser Einschränkungen zeigen sich in der Praxis weitere Nachteile, die Mikropfahlgründungen schnell an ihre Grenzen bringen:

  • In Grundwasserlagen kann der verpresste Mörtel ausgespült werden. Um die Tragfähigkeit abzusichern, sind Gebrauchslastprüfungen erforderlich, was die Prüfkosten enorm in die Höhe treibt.

     

  • Der Zementverbrauch ist schwer planbar und wird nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet. Budgetüberschreitungen sind keine Seltenheit.

     

  • Die vertikale Tragfähigkeit pro Pfahl ist begrenzt. Für größere Lasten brauchen Sie viele Mikropfähle, mit entsprechendem Aufwand bei Herstellung und Koordination.

  • Das Verpressen der Pfähle mit Zement sorgt für deutliche Verschmutzung der Baustelle, der Geräte und der Mitarbeiter. Reinigung, Entsorgung, Zusatzaufwand und -kosten sind entsprechend einzuplanen.

     

In der Praxis gilt: Ein einzelner Großbohrpfahl kann die Last von mehreren Mikropfählen tragen, und das bei gleichzeitig höherer struktureller Sicherheit und wirtschaftlichem Nutzen.

Tragfähigere Alternativen für besondere Bauaufgaben

Arbeiter stehen an einem großen senkrecht aufgestellten Bohrgerät, während ein Bohrgestänge mit Bewehrungskorb eingesetzt wird. Das Gerät wird zur Herstellung von Vollverdrängungspfählen genutzt

Wenn Mikropfähle nicht mehr ausreichen, braucht es Gründungssysteme, die Lasten sicher, tief und dauerhaft in den Baugrund ableiten können. Angepasst an die jeweiligen Bodenarten, Gebäudelasten und Randbedingungen.

Mögliche Alternativen:

  • Großbohrpfähle: Hohe Tragfähigkeit durch große Durchmesser und Kombinationswirkung aus Spitzendruck und Mantelreibung. Ideal für hohe Lasten und große Fundamentplatten.

  • Verdrängerpfähle: Kompakter Einbau ohne Aushub, besonders wirtschaftlich bei weichen Böden wie Ton oder Lehm.

  • Rammpfähle: Schnelle Herstellung bei geeignetem Bodenprofil, vorteilhaft für temporäre oder modulare Bauten.

  • Schraubpfähle: Ideal für leichtere Bauaufgaben mit kurzer Bauzeit und minimalem Eingriff.


Die überzeugendste Alternative zum Mikropfahl: erschütterungsfreie Verdrängungsbohrpfähle von Thade Gerdes

Thade Gerdes ist auf Spezialtiefbau spezialisiert und genau dann gefragt, wenn Mikropfahlgründungen an ihre Grenzen stoßen. Wir selbst führen keine Mikropfähle aus, kennen aber ihre Einsatzbereiche und Limitierungen sehr genau. Unser Fokus liegt auf erschütterungsfreien Verdrängungsbohrpfählen, die auch bei hohen Lasten, schwierigen Baugrundverhältnissen oder komplexen Bestandssituationen zuverlässig funktionieren.

Erfahren Sie hier mehr über Pfahlgründungen und deren Einsatzmöglichkeiten bei anspruchsvollen Bauaufgaben!

Erschütterungsfreie Verdrängungsbohrpfähle statt Mikropfahlgründung: Ihre Vorteile mit Thade Gerdes

Bohrgerät von ThadeGerdes

Spezialtiefbau für besondere Baugrundverhältnisse:
Mikropfähle sind eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. Wir steigen genau dort ein, wo Sondermaßnahmen gefragt sind: bei hohen Lasten, tiefen Gründungstiefen oder anspruchsvollen Baugrundverhältnissen.

125 Jahre Erfahrung mit tragenden Systemen:
Wir planen und realisieren Gründungssysteme, die auf Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und bauliche Rahmenbedingungen abgestimmt sind.

Erschütterungsarme Verfahren für den Bestand:
Auch wenn Mikropfähle aus Platzgründen oft erste Wahl sind: Viele unserer Systeme lassen sich ebenso schonend einbringen. Ideal für sensible Bestandsobjekte und urbane Lagen.

Technik für Land- und Wasserbau:
Ob Gründung an Land oder im Uferbereich: Unser Maschinenpark und unser Team sind für alle Gegebenheiten gerüstet.

Schnelle Projektabwicklung mit klaren Abläufen:
Von der Machbarkeitsprüfung bis zum letzten Bohrmeter: Wir kümmern uns um die technische Planung, Genehmigungen und die zügige Ausführung.

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Zertifiziert für Arbeiten im Grundwasser:
Mit der Zulassung nach DVGW W120-1 dürfen wir in wasserführenden Bodenschichten arbeiten. Das eröffnet zusätzliche Möglichkeiten in schwierigen Lagen.

Verlässliche Ansprechpartner statt Service-Hotline:
Bei uns betreut Sie ein fester Projektverantwortlicher, und zwar vom ersten Gespräch bis zur fertigen Ausführung.

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Fazit: Die Wahl des Gründungssystems entscheidet über den Projekterfolg

Mikropfahlgründungen haben ihren festen Platz im Spezialtiefbau, vor allem dort, wo Platzmangel, Erschütterungsschutz oder schwierige Zugänge eine Rolle spielen. Doch nicht jede Bauaufgabe lässt sich damit lösen. Wer höhere Lasten sicher abtragen oder in besonders komplexen Baugrundverhältnissen arbeiten will, braucht tragfähigere Systeme und erfahrene Fachbetriebe, die diese technisch wie organisatorisch umsetzen können.

Thade Gerdes ist genau darauf spezialisiert: Wir entwickeln Gründungskonzepte auch für komplexe Bauvorhaben. Planen Sie ein Projekt im Bestand und möchten wissen, welches Gründungssystem wirklich passt? Dann fragen Sie jetzt Ihre Tiefgründung an!

Häufig gestellte Fragen zur Mikropfahlgründung

Bei der Mikropfahlgründung werden schlanke Gründungspfähle, sogenannte Mikropfähle, in den Boden eingebracht, meist über Bohrungen mit Kleinbohrgeräten. Anschließend erfolgt die Verpressung mit Zementsuspension, wodurch eine feste Verbindung zwischen Tragglied, Mörtel und Baugrund entsteht. Die Tragwirkung erfolgt primär über Mantelreibung. Typische Einsatzbereiche sind Nachgründungen, Umbauten im Bestand und Bauaufgaben mit eingeschränkten Platzverhältnissen.

Mikropfähle kommen überall dort zum Einsatz, wo klassische Pfahlgründungen (z. B. Großbohrpfähle) aus Platz-, Zugangs- oder Lärmschutzgründen nicht möglich sind, etwa bei innerstädtischen Umbauten, geringen Arbeitshöhen oder sensiblen Strukturen. Sie eignen sich auch zur Auftriebssicherung, Lastumlagerung bei Setzungen und Rückverankerung von Baugruben.

Die DIN EN 14199 ist die maßgebliche Norm für die Bemessung und Ausführung von Mikropfahlsystemen. Sie legt unter anderem Anforderungen an die Verpressung, die Eigenschaften des Stahltragglieds, den Einbau im Fels oder Ton sowie an Dokumentation und Qualitätssicherung fest. Für alle Mikropfahlgründungen ist die Einhaltung dieser Norm zwingend erforderlich.

Im Unterschied zu Bohrpfählen oder Rammpfählen übertragen Mikropfähle die Lasten hauptsächlich über Mantelreibung in die umgebenden Bodenschichten, nicht über Spitzendruck. Durch ihren geringen Durchmesser und den Einbau mit leichten Bohrgeräten eignen sie sich besonders für beengte Baustellen und komplexe Baugrundverhältnisse. Die Tragfähigkeit ist jedoch begrenzt: Großbohrpfähle können je nach Baugrund ein Vielfaches an Last aufnehmen.

Mikropfähle lassen sich in nahezu allen Bodenarten einbauen: von bindigem Ton über nichtbindigen Sand bis zu Fels. Entscheidend ist die sorgfältige Anpassung des Verfahrens an die Baugrundverhältnisse. Eine Baugrunduntersuchung liefert die Grundlage für die richtige Auslegung der Gründungspfähle.

Ja, Mikropfähle sind auch für den Zugbeanspruchungsfall geeignet, zum  Beispiel zur Auftriebssicherung bei hohem Grundwasserstand oder zur Verankerung von Strukturen. Voraussetzung ist eine entsprechende Bemessung, die in der Regel über den Nachweis der Mantelreibung im Baugrund erfolgt.

Zum Einsatz kommen spezielle Kleinbohrgeräte, die auch unter beengten Bedingungen arbeiten können, etwa in Innenhöfen, Bestandskellern oder unter bestehenden Gebäuden. Der Einbau der Tragglieder erfolgt meist über den Einbau von Stahlstäben oder -rohren, die mit Zementsuspension verpresst werden.

Der Begriff Kleinbohrverpresspfahl wird häufig synonym für Mikropfahl verwendet. Technisch handelt es sich dabei um Gründungspfähle mit geringem Durchmesser, die im Verpressverfahren eingebaut und im Baugrund verankert werden: ideal bei Umbauten oder in sensiblen Bereichen mit schwierigen Randbedingungen.