Nicht jedes Grundstück bringt die richtigen Voraussetzungen für eine einfache Gründung mit und genau das kann bei der Bauplanung schnell zum Problem werden. Weicher Boden, hoher Grundwasserstand oder stark wechselnde Bodenschichten sorgen dafür, dass eine klassische Flachgründung an ihre Grenzen stößt. In solchen Fällen bietet eine Pfahlgründung eine sichere Alternative: Sie leitet die Lasten des Gebäudes zuverlässig in tiefere, tragfähige Erdschichten und schützt so langfristig vor Setzungen, Rissen oder anderen Bauschäden.
In diesem Artikel erfahren Sie, wann eine Pfahlgründung notwendig wird, welche Arten es gibt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie sich durch gute Planung und die richtige Ausführung bares Geld sparen lässt.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Eine Pfahlgründung ist immer dann erforderlich, wenn der Boden vor Ort nicht tragfähig genug ist, zum Beispiel bei weichen, feuchten oder stark wechselnden Bodenschichten. Sie sorgt dafür, dass die Lasten eines Gebäudes in tiefere, stabile Schichten weitergeleitet werden und schützt so dauerhaft vor Setzungen, Rissen oder anderen Folgeschäden.
Welche Pfahlart zum Einsatz kommt, wie tief gegründet werden muss und welche Verfahren infrage kommen, hängt vom Baugrund, dem Gebäude und den Rahmenbedingungen ab. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Kosten aus.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen anhand konkreter Beispiele, wann eine Pfahlgründung sinnvoll ist, welche Kostenfaktoren eine Rolle spielen und warum sich eine gute Planung oft schon im ersten Bauabschnitt bezahlt macht. Außerdem erfahren Sie, wie Thade Gerdes als erfahrener Partner Ihnen dabei helfen kann, frühzeitig die passende Gründungsmethode zu finden.
Was ist eine Pfahlgründung?
Nicht jeder Baugrund ist stabil genug, um ein Haus oder ein anderes Gebäude sicher zu tragen. Vor allem bei weichen oder stark durchfeuchteten Böden reicht eine einfache Flachgründung oft nicht aus. Das Fundament würde über kurze oder lange Sicht absacken. In diesen Fällen braucht es eine Tiefgründung und genau da kommt die Pfahlgründung ins Spiel.
Dabei werden tragende Pfähle so tief in den Boden eingebracht, dass sie ihr Gewicht auf stabile Erdschichten weiter unten abgeben, oft mehrere Meter unter der Oberfläche. So entsteht ein Fundament, das selbst dann zuverlässig trägt, wenn der Untergrund oben kaum belastbar ist. Pfahlgründungen sorgen also dafür, dass Gebäude auch bei schwierigen Bodenverhältnissen dauerhaft sicher stehen.
4 Beispiele aus der Praxis
Pfahlgründungen kommen häufiger zum Einsatz, als viele denken. Gerade in Gegenden mit weichem Baugrund, wie im Norden von Deutschland, sind sie eher die Regel als die Ausnahme. Immer dann, wenn der Boden nicht zuverlässig trägt oder besondere Anforderungen bestehen, ist eine Pfahlgründung die sicherere Wahl, um Setzungen, Risse oder teure Nachbesserungen zu vermeiden. Die folgenden vier Beispiele zeigen typische Situationen, in denen diese Tiefgründungsmethode angewendet wird.
1.
Bei weichen Böden mit hohem Grundwasserstand
In vielen norddeutschen Gebieten, vor allem in Moor- und Marschgebieten, besteht der Untergrund aus weichen, wassergesättigten Schichten wie Torf oder Schlick. Diese Schichten geben unter Last nach und das kann schon nach wenigen Monaten zu Rissen, abgesackten Ecken oder Schieflagen führen. Mit einer Pfahlgründung hingegen wird das Gewicht eines Gebäudes in tiefere, tragfähige Erdschichten geleitet und so dauerhaft vor Setzungen geschützt.
2.
Bei einem durch Auffüllungen uneinheitlichen Baugrund
Auf alten Industrieflächen oder aufgefüllten Brachflächen ist der Boden oft eine Mischung aus Bauschutt, lockerem Erdreich und schlecht verdichteten Bereichen, was zu ungleichmäßigen Setzungen führt. Eine Flachgründung würde sich dort unterschiedlich setzen, mit gravierenden Folgen für das gesamte Bauwerk. Pfähle schaffen hier aber die nötige Stabilität, weil sie unterhalb dieser problematischen Schichten verankert werden.
3.
Bei Bauwerken mit hoher Last
Egal, ob mehrgeschossige Wohnhäuser, große Industriehallen oder Brücken: Sobald ein Bauwerk viel wiegt oder eine breite Fläche einnimmt, reicht der normale Baugrund oft nicht mehr aus, um es sicher zu tragen. Eine Pfahlgründung sorgt dann dafür, dass diese Lasten gleichmäßig und sicher in tiefere, belastbarere Bodenschichten eingeleitet werden, um es dauerhaft und sicher zu tragen.
4.
Bei zeitkritischen Bauvorhaben und schwierigen Bodenverhältnissen
Wenn es auf der Baustelle schnell gehen soll, der Boden aber schwierig ist, kommt ein Bodenaustausch oft nicht infrage. Er ist teuer, aufwändig und kostet viel Zeit. Eine Pfahlgründung ist in solchen Fällen oft die bessere Wahl, weil sie direkt dort ansetzt, wo der Boden tragfähig ist. Gerade bei Neubauten in Hochwassergebieten oder auf schwer zugänglichen Grundstücken lässt sich damit viel Zeit und Geld sparen.
Kurz gesagt: Eine Pfahlgründung ist keine Sonderlösung, sondern oft eine sicherere Gründungsmethode, vor allem dann, wenn der Boden schwierig ist oder das Bauwerk besondere Anforderungen mitbringt. Wer früh plant und den Baugrund genau untersucht, erspart sich später Probleme, Nachbesserungen und unnötige Kosten.
Welche Pfahlarten gibt es?
Welche Art von Pfählen bei einer Pfahlgründung zum Einsatz kommt, hängt von mehreren Faktoren wie etwa der Bodenbeschaffenheit, dem geplanten Bauwerk oder statischen Anforderungen ab. Aber auch der Grundwasserspiegel, die Platzverhältnisse auf dem Grundstück oder die Zugänglichkeit der Baustelle spielen eine zentrale Rolle. Ziel ist immer, die Lasten eines Bauwerks in tiefere, tragfähigere Bodenschichten zu leiten, die oft deutlich tiefer liegen, als es auf den ersten Blick scheint.
Im Folgenden stellen wir Ihnen fünf Pfahlarten vor, die in der Praxis besonders häufig verwendet werden.
Rammpfähle
Rammpfähle gehören zu den klassischen Pfahlsystemen im Tiefbau. Sie werden mit großer Kraft so lange in den Boden eingeschlagen, bis eine tragfähige Bodenschicht erreicht ist. Das funktioniert vor allem dann gut, wenn der Untergrund nicht zu weich ist und die erforderliche Tragfähigkeit schon in relativ geringer Tiefe vorliegt.
Ein Vorteil dieses Verfahrens: Es geht vergleichsweise schnell und ist oft günstiger als andere Pfahlarten. Allerdings entsteht dabei viel Lärm und es kann zu spürbaren Erschütterungen kommen – ein Grund, warum Rammpfähle meist auf größeren Baustellen eingesetzt werden, etwa beim Brückenbau, bei Verkehrsanlagen oder auf weitläufigen Grundstücken, wo keine sensiblen Nachbargebäude betroffen sind.
Bohrpfähle
Überall dort, wo es auf Präzision und möglichst geringe Erschütterungen ankommt, werden Bohrpfähle eingesetzt. Anders als Rammpfähle werden sie nicht eingeschlagen, sondern in den Boden gebohrt. Das Bohrloch wird anschließend mit einer Stahlbewehrung versehen und mit Beton verfüllt. So entsteht ein tragfähiger Pfahl, der Lasten zuverlässig in tiefere Schichten ableitet.
Dieses Verfahren eignet sich besonders gut für beengte Baustellen und sensible Umgebungen wie Wohngebiete und Innenstadtlagen, weil es deutlich leiser und vibrationsärmer ist als andere Methoden. Auch bei wechselhaftem Baugrund oder erhöhtem Grundwasserstand spielen Bohrpfähle ihre Stärken aus. Das macht sie zu einer bevorzugten Option bei vielen Neubauprojekten, aber auch dort, wo andere Pfahlarten an ihre Grenzen stoßen.
Mikropfähle
Immer dann, wenn der Platz für große Geräte fehlt oder die Bedingungen besonders anspruchsvoll sind, kommen Mikropfähle zum Einsatz: zum Beispiel bei Arbeiten im Bestand, unter engen Platzverhältnissen oder bei Sanierungen. Die Pfähle bestehen meist aus schlanken Stahlrohren, die mit hoher Kraft in den Boden eingebracht und anschließend verpresst werden. Trotz ihres geringen Durchmessers sorgen sie für erstaunlich viel Stabilität – zumindest da, wo keine hohen Lasten wirken.
Besonders praktisch: Mikropfähle lassen sich gut an bestehende Fundamente anschließen und sind daher ideal, wenn ein Gebäude nachträglich verstärkt oder erweitert werden soll, etwa bei Sanierungen, Anbauten, Aufstockungen oder der Nachgründung älterer Bauwerke. Auch in schwer zugänglichen Bereichen, zum Beispiel unter Gebäudeteilen oder in Innenhöfen, lässt sich mit dieser Methode zuverlässig arbeiten.
Verdrängungspfähle
Wenn beim Einbau möglichst wenig Boden ausgehoben werden soll, ist eine andere Pfahlart gefragt: der Verdrängungspfahl. Hier wird das Erdreich nicht entfernt, sondern zur Seite verdrängt – daher auch der Name. Das bringt gleich zwei Vorteile mit sich: Einerseits muss kein Aushub entsorgt werden, andererseits verdichtet sich das Bodenmaterial rund um den Pfahl und sorgt so für zusätzliche Stabilität.
Verdrängungspfähle sind vor allem bei bindigen Böden, weichen Küstenuntergründen oder zeitkritischen Bauprojekten beliebt. Besonders effizient wird das Ganze, wenn je nach Gerät und Bodenbeschaffenheit Voll- oder Teilverdrängungsverfahren eingesetzt werden. Während das Vollverdrängungsverfahren etwas mehr Maschinenkraft braucht, kommt das Teilverdrängungssystem auch mit leichterem Gerät aus – ideal für kleine und mittlere Bauvorhaben, bei denen Zeit und Aufwand im Blick bleiben sollen.
Schraubpfähle
Wer eine einfache und schnelle Gründungsmethode für kleinere Bauprojekte sucht, landet oft bei Schraubpfählen. Diese Pfähle funktionieren wie riesige Metallgewindeschrauben: Sie werden mechanisch in den Boden eingedreht, ganz ohne Aushub, Beton oder lange Trocknungszeiten. Direkt nach dem Einbau sind sie belastbar, was Zeit und Aufwand auf der Baustelle deutlich reduziert.
Eingesetzt werden sie vor allem bei leichten Konstruktionen wie Terrassen, Carports, Zäunen oder Solaranlagen. Also überall dort, wo es nicht auf extreme Tragfähigkeit ankommt. Besonders praktisch ist: Schraubpfähle lassen sich bei Bedarf auch wieder aus dem Boden entfernen und sind deshalb auch für temporäre Bauten eine clevere Lösung. Für größere oder schwerere Gebäude sind sie allerdings nicht geeignet.
🔎 Tipp: Wenn Sie mehr über Pfahlgründungen erfahren und wissen möchten, welche Pfähle die richtigen für Ihr Bauprojekt sind, dann klicken Sie hier.
Welche Faktoren bestimmen die Kosten einer Pfahlgründung?
Was eine Pfahlgründung kostet, hängt von vielen Einzelheiten ab und lässt sich deswegen pauschal kaum beziffern. Jedes Grundstück bringt andere Voraussetzungen mit, jeder Boden reagiert anders und auch das Gebäude selbst stellt ganz eigene Anforderungen. Ob Einfamilienhaus oder größerer Neubau: Die tatsächlichen Kosten für eine Pfahlgründung ergeben sich aus einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
In diesem Abschnitt zeigen wir, welche Aspekte die Kosten besonders stark beeinflussen und worauf Sie bei der Planung Ihres Bauprojekts achten sollten, um böse Überraschungen zu vermeiden.
1.
Die Bodenverhältnisse
Die Eigenschaften des Baugrunds sind einer der wichtigsten Kostenfaktoren bei der Pfahlgründung. Je tiefer die tragfähigen Schichten liegen oder je schwieriger sich der Boden verarbeiten lässt, zum Beispiel bei bindigem Lehm, Torf, Schluff oder starkem Grundwassereinfluss, desto aufwändiger und teurer wird die Ausführung.
Besonders bei sehr weichen oder stark durchmischten Bodenschichten steigt nicht nur der technische Aufwand, sondern auch das Risiko für Verzögerungen oder Nacharbeiten. Deshalb ist ein detailliertes Baugrundgutachten so wichtig: Es zeigt frühzeitig, was im Boden steckt und hilft dabei, die Pfahlgründung realistisch zu planen und unnötige Mehrkosten zu vermeiden.
🔎 Tipp: Wenn Sie mehr über Baugrunduntersuchungen erfahren und wissen möchten, warum sich ein Baugrundgutachten besonders für Ihr Bauprojekt lohnt, dann klicken Sie hier.
2.
Länge und Durchmesser der Pfähle
Wie tief und wie dick die Pfähle ausgeführt werden müssen, hat einen direkten Einfluss auf die Kosten. Denn je länger der Pfahl, desto mehr Material wird benötigt und desto mehr Zeit und Maschinenaufwand steckt im Einbau. Auch der Durchmesser spielt eine zentrale Rolle: Größere Pfähle brauchen mehr Beton, mehr Bewehrung und meist auch leistungsstärkere Geräte.
Die Maße der Pfähle richten sich dabei nach der Last, die abgetragen werden muss, und nach den Ergebnissen aus dem Baugrundgutachten. Wer hier zu knapp plant oder zu früh pauschale Annahmen trifft, riskiert spätere Nachträge, was am Ende deutlich teurer werden kann als eine realistische Kalkulation von Beginn an.
3.
Art des Pfahlsystems
Nicht jede Pfahlgründung funktioniert gleich und auch preislich gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Verfahren. Rammpfähle gelten oft als wirtschaftlich, wenn der Untergrund mitspielt und Lärm oder Erschütterungen kein Problem darstellen. Bohrpfähle sind dagegen ruhiger im Einbau, lassen sich leichter anpassen, kosten dafür aber in der Regel mehr.
Auch andere Systeme wie Mikropfähle oder Verdrängungspfähle haben ihre eigenen Anforderungen und Preisniveaus. Welche Methode die richtige ist, hängt immer vom Zusammenspiel aus Baugrund, Gebäudeanforderung und Rahmenbedingungen vor Ort ab und sollte im Idealfall frühzeitig gemeinsam mit einem erfahrenen Partner festgelegt werden.
4.
Zugänglichkeit und Platzverhältnisse
Wie gut eine Baustelle erreichbar ist, wirkt sich direkt auf den Aufwand und damit auf die Kosten aus. Muss schweres Gerät über enge Zufahrten transportiert werden? Ist genug Rangierfläche vorhanden? Solche Bedingungen machen den Einbau aufwändiger, oft auch langsamer und somit teurer.
Gerade bei innerstädtischen Projekten oder Grundstücken mit schwieriger Lage braucht es angepasste Verfahren und oft kleinere Maschinen, was zusätzliche Planungsschritte mit sich bringt. Wer das früh einkalkuliert, vermeidet später unnötige Mehrkosten durch improvisierte Lösungen auf der Baustelle.
5.
Lastanforderungen und Statik
Wie viel ein Gebäude wiegt und wie diese Lasten verteilt werden, spielt bei der Wahl und Auslegung der Pfahlgründung eine zentrale Rolle. Je höher die Lasten, desto stärker müssen die Pfähle dimensioniert sein. Das kann bedeuten: mehr Pfähle, größere Durchmesser oder eine höhere Gründungstiefe.
Auch besondere statische Anforderungen, etwa bei unregelmäßiger Lastverteilung, aufgeständerten Bereichen oder hohen Wind- und Schneelasten, wirken sich auf die Ausführung aus. Das alles beeinflusst nicht nur die technische Planung, sondern schlägt sich direkt in den Kosten nieder. Wer hier zu pauschal kalkuliert, läuft schnell in eine Kostenfalle.
6.
Regionale Preisunterschiede und Marktlage
Was eine Pfahlgründung kostet, hängt nicht nur vom Baugrund oder dem Verfahren ab, auch der Standort macht einen Unterschied. In manchen Regionen sind Spezialfirmen stark vertreten, in anderen gibt es nur wenige Anbieter. Das wirkt sich auf die Preise aus. Dazu kommen regionale Unterschiede bei Materialkosten, Transportwegen oder behördlichen Auflagen.
Auch die allgemeine Marktlage entscheidet: Wenn Kapazitäten knapp sind, Preise für Beton oder Stahl steigen oder besonders viele Projekte gleichzeitig laufen, kann sich das deutlich auf die Angebotspreise auswirken. Deshalb lohnt es sich, Angebote frühzeitig einzuholen und nicht erst dann, wenn es dringend wird.
7.
Planung, Gutachten und Nebenkosten
Die eigentlichen Pfahlarbeiten machen oft nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Hinzu kommen Posten, die leicht übersehen werden, aber schnell ins Gewicht fallen. Dazu zählen zum Beispiel das Baugrundgutachten, statische Berechnungen, Prüfstatik oder die Einrichtung der Baustelle. Auch die Anfahrt von Spezialgeräten oder Abstimmungen mit Behörden können schnell ins Geld gehen.
Nicht zu vergessen: Auch die Planungsphase kostet Zeit und Geld, vor allem, wenn das passende Verfahren sorgfältig ausgewählt oder auf ein bestehendes Gebäude abgestimmt werden muss. Wer an diese Dinge früh denkt, kann später viel Ärger und unnötige Mehrkosten vermeiden.
Fazit: Die Kosten einer Pfahlgründung hängen vom Baugrund über das Verfahren bis hin zu Planung und Logistik von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wer früh sauber plant und alle Einflussgrößen kennt, kann nicht nur realistisch kalkulieren, sondern oft auch gezielt sparen.
So setzen sich die Kosten einer Pfahlgründung zusammen
Was eine Pfahlgründung im Einzelfall kostet, lässt sich nur mit Blick auf das konkrete Projekt sagen. Trotzdem hilft ein Rechenbeispiel, um ein besseres Gefühl für die Größenordnung und Gesamtkosten zu bekommen.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit weichem Lehmboden
Angenommen, auf einem Grundstück mit bindigem, schlecht tragfähigem Boden wie zum Beispiel Lehm soll ein Einfamilienhaus (EFH) entstehen. Das Baugrundgutachten empfiehlt rund 12 Bohrpfähle mit jeweils 15 m Länge und einem Durchmesser von etwa 42 cm. Die durchschnittlichen Kosten pro laufendem Meter Bohrpfahl liegen – je nach Region und Aufwand – zwischen 150 und 200 Euro netto.
Das ergibt grob folgende Pfahlkosten:
12 Pfähle × 15 m × 150–200 €/lfm = 27.000 € bis 36.000 € netto
Weitere typische Nebenkosten
Zusätzlich zur Pfahlherstellung fallen noch weitere, teils unverzichtbare Leistungen an. Hier einige Richtwerte:
Leistung | Geschätzte Kosten* |
Baugrundgutachten | ca. 1.500 – 3.000€ |
Statische Berechnungen | ca. 1.500 – 2.000€ |
Qualitätstest nach behördlicher Forderung | ca. 2.000€ – 20.000 € |
*Je nach Region und Umfang
Was diese Beispielrechnung zeigt
💰 Die Pfähle selbst machen den größten Teil der Kosten aus, aber auch die Nebenkosten sind nicht zu unterschätzen.
💰 Wie tief gegründet werden muss und welches Verfahren zum Einsatz kommt, hat großen Einfluss auf die Gesamtsumme.
💰 Ohne zuverlässige Planung können schnell Mehrkosten entstehen. Deshalb ist ein fundiertes Bodengutachten die wichtigste Grundlage für jede Kalkulation.
Durchschnittliche Preise nach Pfahlart und Quadratmeter im Überblick
Rammpfahl | ca. 80–150 € pro Meter |
Bohrpfahl | ca. 150–300 € pro Meter |
Mikropfahl | ca. 250–500 € pro Meter |
Schraubpfahl | ca. 80–120 € pro Meter |
Verdrängungspfahl | ca. 100–150 € pro Meter |
⚠️ Wichtig: Wer versucht, an der Gründung zu sparen, läuft Gefahr, später mit Reparaturen oder sogar Nachgründungen konfrontiert zu werden und diese sind fast immer teurer als eine solide Pfahlgründung von Beginn an.
Darum sollten Sie bei weichem Boden nie auf eine Pfahlgründung verzichten
Auf den ersten Blick wirkt eine Pfahlgründung oft wie ein unnötiger Aufpreis, besonders bei kleineren Bauprojekten. Doch wer auf schwierigem Boden baut und sich stattdessen für eine günstigere Flachgründung entscheidet, spart meist an der falschen Stelle. Denn weicher Untergrund aus Lehm, Torf oder Schluff kann unter dem Gewicht des Gebäudes schnell nachgeben. Die Folgen: ungleichmäßige Setzungen, schiefe Wände oder Risse im Mauerwerk einschließlich dem Einzug von Schimmel an den Wänden. Besonders kritisch wird es bei Häusern mit Kellern oder massivem Mauerwerk. Ist der Schaden erst da, bleibt meist nur eine aufwändige Nachgründung, die nicht nur teuer, sondern auch technisch kompliziert und oft massive Eingriffe ins bestehende Haus mit sich bringt. In vielen Fällen hätte eine frühzeitige Pfahlgründung nicht nur Geld gespart, sondern auch einiges an Nerven.
Wer hingegen früh plant, ist klar im Vorteil: Die richtige Gründung sichert nicht nur die Stabilität des Hauses, sondern schützt auch langfristig den Wert der Immobilie, gerade in Regionen mit hohem Grundwasser, feuchtem Boden oder Hanglage. Je eher und umfangreicher die Bodenverhältnisse geprüft werden, desto gezielter lässt sich planen. Eine Pfahlgründung mag auf dem Papier erstmal teurer erscheinen, bewahrt Sie aber vor unangenehmen Überraschungen, deren Kosten sich auf keinen Fall für Sie lohnen.
Wenn Sie aktuell ein Bauprojekt planen und eine Pfahlgründung im Raum steht, ist Thade Gerdes der richtige Ansprechpartner. Mit über 125 Jahren Erfahrung, einem breiten Spektrum an Pfahlsystemen und einem tiefen Verständnis für unterschiedlichste Bodenverhältnisse begleitet das Team Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Ausführung. Fragen Sie jetzt Ihre Pfahlgründung an!
Fazit: Deswegen spart die richtige Gründung bares Geld und Nerven
Eine Pfahlgründung ist nicht immer zwingend notwendig, aber in vielen Fällen genau die richtige Entscheidung. Vor allem bei weichem Untergrund, hohem Grundwasser, schweren Gebäuden oder begrenztem Platz ist sie oft entscheidend für die Stabilität, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit eines Bauwerks. Wer an dieser Stelle spart, riskiert im schlimmsten Fall teure Schäden, Wertverlust und aufwändige Nachbesserungen.
Was dabei häufig unterschätzt wird: Mit guter Planung lassen sich die Kosten für eine Pfahlgründung früh realistisch einschätzen. Und wer mit erfahrenen Experten zusammenarbeitet, kann sogar gezielt sparen, zum Beispiel durch die Wahl der richtigen Pfahlart, eine optimierte Gründungstiefe oder ein effizienteres Verfahren.
Genau hier setzt Thade Gerdes an: mit langjähriger Erfahrung, technischem Know-how und einer ehrlichen Einschätzung, welche Pfahlart für Ihr Bauvorhaben die richtige ist. So stellen Sie sicher, dass Ihre Gründung nicht zur Kostenfalle, sondern zur tragfähigen Basis für Ihr gesamtes Bauprojekt wird. Fragen Sie jetzt Ihre Pfahlgründung an!
Häufig gestellte Fragen zu den Kosten einer Pfahlgründung
1. Wann ist eine Pfahlgründung notwendig?
Eine Pfahlgründung ist dann notwendig, wenn die oberen Bodenschichten keine ausreichende Tragfähigkeit besitzen, um das geplante Bauwerk sicher zu tragen. Typische Situationen sind weiche oder wassergesättigte Böden wie Torf, Lehm oder Schlick, ein hoher Grundwasserspiegel, stark gemischte Bodenschichten oder Bauwerke mit hoher Last. Auch bei engen Platzverhältnissen, schwieriger Zugänglichkeit oder massiven Bauwerken wie Mehrfamilienhäusern, Hallen oder Brücken kommt eine Pfahlgründung zum Einsatz. Sie bietet Sicherheit, wo eine Flachgründung nicht mehr ausreicht.
2. Was kostet eine Pfahlgründung durchschnittlich?
Die Kosten einer Pfahlgründung hängen von vielen Faktoren ab: Pfahllänge, Durchmesser, gewähltem Pfahlsystem, Bodenverhältnissen, Baustellenlogistik und Bauwerkslast. Im Durchschnitt liegen die Preise zwischen 150 € und 300 € pro laufendem Meter bei Bohrpfählen, Rammpfähle sind oft günstiger, Mikropfähle oder Verdrängungspfähle eher teurer. Für ein typisches Einfamilienhaus auf weichem Boden müssen Sie je nach Gründungstiefe, Region und Pfahlanzahl mit Gesamtkosten zwischen 27.000 € und 36.000 € netto rechnen. Ein detailliertes Baugrundgutachten liefert die beste Basis für eine belastbare Kalkulation.
3. Welche Pfahlarten gibt es bei der Tiefgründung?
Es gibt verschiedene Pfahlsysteme, die je nach Einsatzbereich und Bodenstruktur verwendet werden. Die wichtigsten Arten sind:
- Rammpfähle (werden kraftvoll in den Boden eingeschlagen)
- Bohrpfähle (werden gebohrt und mit Beton verfüllt)
- Mikropfähle (schlanke Stahlrohre für enge oder bestehende Strukturen)
- Verdrängungspfähle (verdrängen das Erdreich erschütterungsfrei ohne Aushub)
- Schraubpfähle (werden mechanisch eingedreht, ohne Beton)
Wichtig: Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile, abhängig von Baugrund, Projektgröße und Zugänglichkeit.
4. Wie lässt sich verhindern, dass die Pfahlgründung teurer wird als geplant?
Die wichtigste Grundlage ist ein professionelles Baugrundgutachten, das die Bodenverhältnisse zuverlässig analysiert. Darauf basierend kann die passende Gründungsart samt statischer Berechnung, Auswahl des Pfahlsystems und genauer Kostenschätzung gewählt werden. Wer früh mit einem erfahrenen Spezialisten wie Thade Gerdes plant, kann Risiken, Nachträge und Mehrkosten vermeiden. Eine realistische Planung ab der ersten Entwurfsphase spart in der Ausführung bares Geld.
5. Welche Rolle spielt das Grundwasser bei der Planung der Pfahlgründung?
Ein hoher Grundwasserspiegel beeinflusst die Wahl des Pfahlsystems maßgeblich. Bei klassischen Flachgründungen kann Wasser zu erheblichen Problemen führen, da die Stabilität des Fundaments gefährdet wird. Pfahlgründungen sind hier deutlich im Vorteil, da sie Lasten unterhalb der wasserführenden Schichten ableiten. Besonders Bohrpfähle und Verdrängungspfähle sind für solche Bedingungen geeignet, vorausgesetzt, die Gründung wird sauber geplant und ausgeführt.
6. Ist eine Pfahlgründung auch bei einem Einfamilienhaus notwendig?
Ja, auch bei einem Einfamilienhaus (EFH) kann eine Pfahlgründung erforderlich sein, z. B. wenn das Grundstück auf Moorboden liegt, der Keller besonders tief geplant ist oder die Bodenplatte stark belastet wird. Selbst kleinere Gebäude können Setzungen erleiden, wenn der Baugrund unzureichend ist. In solchen Fällen lohnt sich die Pfahlgründung langfristig, da sie Folgeschäden verhindert und die Stabilität sichert, oft schon ab dem ersten Spatenstich.
7. Wie finde ich den richtigen Partner für eine Pfahlgründung?
Wichtig ist, dass der Partner nicht nur die Ausführung übernimmt, sondern bereits in der Planung beratend zur Seite steht. Thade Gerdes begleitet Bauherren, Architekten und Planer ab der Machbarkeitsanalyse und bietet alle Leistungen rund um die Pfahlgründung aus einer Hand: Beratung, statische Bemessung, Auswahl des geeigneten Verfahrens, Ausführung – inklusive Speziallösungen bei hohem Grundwasser, beengten Platzverhältnissen oder schwieriger Bodenstruktur. So lässt sich die passende Methode frühzeitig finden und sicher umsetzen.